Prävention sexualisierter Gewalt

Das Thema sexualisierte Gewalt ist auch im Sport ein wichtiges Querschnittsthema. Der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband hat sich mit dem Thema befasst und hierzu Konzepte und Strukturen geschaffen.

Judo zählt für viele Kinder und Jugendliche zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung. Sie sind in unseren Vereinen sehr aktiv und werden von engagierten Trainern und Übungsleitern betreut. Dabei entsteht emotionale Nähe und die Betonung der Körperlichkeit beim Kämpfen. Das macht Judo zu einer potenziellen Täter und Täterinnen attraktiv und es kann zu Grenzüberschreitungen und Missbrauch kommen. 

Jeder Verein, der sich mit dem Thema auseinander setzt, macht einen großen Schritt für die Sicherheit seiner Kinder und Jugendlichen. Das Thema "sexualisierte Gewalt im Sport" sollte in keinem Verein tabuisiert werden. Ein sicherer, transparenter Umgang mit dem Thema gibt den Verein Stärke und Struktur, wenn es in diesem zu Übergriffen kommen sollte.

 

Weitere Informationen, Konzepte und Handlungsleitfäden

Weitere Informationen, Konzepte und Handlungsleitfäden

Handlungsansätze zum Umgang des NWJV und seiner Sportjugend mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport“. Der NWJV und seine Sportjugend als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe sprechen sich entschieden gegen jegliche Gewalt im Sport aus.

Das „Kindeswohl im Judo“ ist in der Arbeit des NWJV verankert und das Schutzkonzept vom Vorstand am XXX verabschiedet und offiziell beschlossen worden.

 

Der NWJV verpflichtet sich insbesondere zu folgenden Schritten:

 

Schritt 1 – Respekt und gewaltfreie Atmosphäre beim NWJV

Die eigene Handlungsweise wird in Bezug auf Leben einer gewaltfreienAtmosphäresowie der Umsetzung eines respektvollen Umganges und der regelmäßigen Thematisierung des Kinder- und Jugendschutzes, sowie unserer Judo-Werte in den Ressorts, Gremien und in Arbeitskreisen, hinterfragt. 

 

Schritt 2 – Information und Beratung 

Als Verband der Judovereine und Judoabteilungen in NRW sieht sich der NWJV als Unterstützer und Informationsgeber zu Fragen der Prävention und Intervention und erklärt sich zur Weitergabe und Nutzung von Informationsmaterialien und Schulungsmodulen des LSB NRW bereit. 

 

Schritt 3 – Kinder stärken 

Kinder und Jugendliche werden durch Aufklärung und Beteiligung in ihren Kinder- und Persönlichkeitsrechten gestärkt und geschützt. Auf Freizeiten (bspw. das Talentcamp und die Sommerschule) und in weiteren Programmen für Kinder- und Jugendliche wird für Möglichkeiten der Mitbestimmung und für ein Beschwerdemanagement gesorgt. 

 

Schritt 4 - Anforderungen und der Ehrenkodex für NWJV-Mitarbeiter/-innen 

Der Ehrenkodex wird durch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sport (Ehrenamt, Honorarkräfte), die Mädchen und Jungen sowie junge Frauen und junge Männer betreuen oder qualifizieren oder zukünftig betreuen oder qualifizieren wollen, unterzeichnet.

 

Schritt 5 – Vernetzung und Erstellung eines Handlungsleitfadens 

Der NWJV vernetzt sich mit Institutionen zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt vor Ort (Kinderschutzbund NRW, Landessportbund NRW) und entwickelt Handlungsansätze zur Prävention. 

 

Schritt 6 – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt als Lehrgangsinhalt 

In den Grundausbildungen (z.B. Juniormanager und Trainer C) wird das Thema vom NWJV verpflichtend umgesetzt sowie als separates Fortbildungsmodul seinen Mitgliedern angeboten. 

 

Schritt 7 – Vorgehen im „Konflikt – und Verdachtsfall“ 

Die hauptberuflichen Kräfte sowie Honorarkräfte und alle ehrenamtlich Tätigen werden aufgerufen, einzugreifen, wenn im Umfeld des Judo-Sports gegen den Ehrenkodex verstoßen wird. Im „Konflikt- und Verdachtsfall“ wird professionelle Unterstützung hinzugezogen und die Ansprechpartner auf Leitungsebene werden informiert. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht dabei an erster Stelle. 

 

Schritt 8 - Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen nach § 72a SGB VIII 

Das erweiterte Führungszeugnis wird in regelmäßigen Abständen von ausgewählten hauptberuflichen, ehrenamtlichen und freiwillig Engagierten des Verbandes vorgelegt. Personen, die einschlägig vorbestraft nach §72a SGB VIII sind, werden unmittelbar von ihrer Tätigkeit ausgeschlossen. 

 

Schritt 9 – Ansprechpartner im NWJV 

Den Mitgliedern des NWJV stehen Ansprechpartner im Verband zur Verfügung. Diese sind bei Fragen und Probleme zum Thema Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt ansprechbar. 

Der Nordrheinwestfälische Judo-Verband und seine Sportjugend arbeiten vernetzt im Qualitätszirkel Kindeswohl nach § 8a SGB VIII. Der NWJV stellt sich hinter das 10-Punkte Aktionsprogramm des Landessportbundes NRW und der Sportjugend NRW zur Prävention und Interventionund unterstützt die Hervorhebung besonders achtsamer Sportvereine. 

Der Landessportbund NRW gilt seit langem als führend bei der Entwicklung und Umsetzung von präventiven Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport. 

Im Rahmen seiner Kampagne „Schweigen schützt die Falschen“ gibt er Sportverbänden und Stadt- und Kreissportbünden konkrete Hilfestellung, um

  • das Thema zu enttabuisieren
  • präventiv tätig zu werden
  • und in Krisen- und Verdachtsfällen Orientierung zu erhalten und damit handlungsfähig zu sein

 

Materialien

Handlungsleitfaden für Vereine

Ehrenkodex für Trainer, Übungsleiter und Betreuer

Elternkompass

Handlungsleitfaden für Fachverbände

Im Verdachtsfall sollte niemals auf eigene Faust eine Intervention oder Aufklärung der Umstände erfolgen. Holen Sie sich im jeden Fall professionelle Hilfe. Im folgenden finden Sie einige Anlaufstellen: 

 

Nordrhein-Westfälischer Judo-Verband

Ansprechpartner: N.N. 

 

Landessportbund NRW

Dorota Sahne 

Tel. 0203 7381 -847

E-Mail: Dorota.Sahle@lsb.nrw

 

Deutscher Kinderschutzbund

Kontaktdaten der Orts- und Kreisverbände unter www.kinderschutzbund-nrw.de

 

Kinder- und Jugendtelefon

(Nummer gegen Kummer e.v.)

Tel. 0800 1110550 

  

Jugendschutzstelle für Jungen und Mädchen

www.gewalt-gegen-kinder.de

www.jugend.bke-beratung.de (anonyme Internetberatung)

 

Jugendamt der Stadt, sowie Gleichstellungsstelle der Stadt

 

Bundesweites Hilfetelefon "sexueller Missbrauch"

Ein Angebot des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Tel. 0800 22 55 530